Achtsamkeit

Dein Weg zu Gelassenheit und Lebensfreude

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet ganz im Hier und Jetzt zu sein. Wir halten inne und lenken unsere Aufmerksamkeit bewusst und wertfrei auf den gegenwärtigen Moment. Mit einer wohlwollenden inneren Haltung nehmen wir den gegenwärtigen Moment so an, wie er gerade ist.

Akzeptanz ist dabei die Basis jeglicher Haltung. Dies bedeutet nicht, alles gut zu finden. Sondern anzuerkennen, dass etwas ist, wie es ist. Erkennen und Annehmen sind die Grundlage für Veränderung.

Wir erkennen, dass sich unser Erleben ständig verändert. Wie ein neutraler Beobachter nehmen wir unserer Körperempfindungen, unsere Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke wahr. Uns wird bewusst, dass unser Leben aus einer Folge von Augenblicken besteht.

Durch das Innehalten, Akzeptieren und wertfreie Beobachten entwickeln wir ein tieferes Verständnis und erkennen gewohnheitsmäßige Reaktionsmuster. Wenn wir in vielen dieser Augenblicke nicht völlig gegenwärtig sind, so übersehen wir nicht nur das, was in unserem Leben am wertvollsten ist, sondern wir erkennen auch nicht die vielen Möglichkeiten zu wachsen und uns zu verändern.

Die Achtsamkeit hilft uns mit Herausforderungen umzugehen und die angenehmen und wohltuenden Ereignisse im Leben bewusster wahrzunehmen. Allein die Art und Weise, wie wir jeden einzelnen Moment erleben, entscheidet somit über die Qualität und das Glück unseres Lebens.

Wozu Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist ein Weg zu Gelassenheit und Lebensfreude.

Viele Menschen sind sich Ihrer Fähigkeit zur Achtsamkeit nicht bewusst oder haben Schwierigkeiten sie im Alltag zu nutzen. Durch die Praxis der Achtsamkeit gewinnst Du einen freundlichen, liebevollen und akzeptierenden Umgang mit Dir, mit den Mitmenschen und den Ereignissen des Lebens gegenüber.

Die Achtsamkeitspraxis kann erholsame Entspannungszustände in Dir bewirken. Diese führen zu innerer Ruhe, Gleichmut und tiefen Einsichten in die eigene Weisheit.

Achtsamkeitsübungen schulen die Fähigkeit Deines Geistes, sich ganz und gar mit dem jetzigen Moment zu verbinden. Du lernst, jeden Augenblick Deines Lebens wirklich anwesend und nicht ständig mit der Vergangenheit oder Zukunft oder Wertungen beschäftigt zu sein. Du verbindest Dich mit all Deinen Sinnen – ohne Dich ständig von Deinen Gedanken davontragen zu lassen. Dies steigert Deine Konzentration und ermöglicht Dir, Dich dem zuzuwenden, was in Deinem Leben wirklich wichtig ist.

„Achtsamkeit schenkt Dir Zeit. Zeit schenkt Dir Entscheidungsmöglichkeiten. Sorgfältig getroffene Entscheidungen führen zu Freiheit. Du musst Dich nicht von Deinen Gefühlen aus der Bahn werfen lassen. Du kannst mit Weisheit und Freundlichkeit antworten statt aus Gewohnheit und Reaktivität heraus.“
Henepola Gunaratana

Buddhistischer Mönch

Achtsamkeit im Alltag

Damit sich Achtsamkeit entfalten kann, braucht es im Alltag Zeiten des Innehaltens, Geduld und Entschleunigung. Der erste Schritt ist, dass wir uns bewusst werden, mit welchem Tempo wir im Alltag unterwegs sind. Gerade im Stress beginnen wir oft zu hetzen und unsere Gedanken überschlagen sich.

In dem Moment, in dem uns unser Verhalten bewusst wird, haben wir eine Wahlmöglichkeit. Wir können unser Tempo willentlich verlangsamen, indem wir beispielsweise einige bewusste Atemzüge nehmen oder einige Schritte achtsam und langsamer gehen. Wenn unser Körper zur Ruhe kommt, wir zu Atem kommen, kann auch unser Geist wieder ruhig und klar werden.

Die Praxis der Achtsamkeit

Achtsamkeit entfaltet ihre Wirkung durch regelmäßiges Üben. Die Übungspraxis braucht dabei nicht besonders lang oder intensiv zu sein. Nur eine Achtsamkeitspraxis über einen langen Zeitraum bewirkt eine grundlegende Veränderung, so dass wir beginnen, in verschiedenen Situationen entspannter zu bleiben oder schneller zur Entspannung zurückzufinden.

Geduld spielt eine wichtige Rolle, denn sie ist eindeutig stressreduzierend. Geduld bedeutet, im Kontakt zu sein mit der Zeit der Dinge und diese anzuerkennen. Es entsteht Raum für Entfaltung, Raum für Entdeckung, Raum für Entwicklung. Geduld lässt uns mehr Details von der Welt mitbekommen. Es ist ein nährender Zustand, den wir alle aus unseren Kindertagen kennen, in dem wir noch Zeit hatten, Dinge zu beobachten und sich entfalten zu lassen. Wir fühlen uns entspannter und ruhiger.

Zur Achtsamkeitspraxis gehören neben Beharrlichkeit und Geduld auch Neugier, Offenheit und Humor. Statt hoher Erwartungen und Ansprüche, die uns einengen, wollen wir uns der Einzigartigkeit der gegenwärtigen Situation bewusst zu werden. Jeder Moment ist neu.

Dabei helfen Fragen wie:

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"Was ist jetzt?"

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„Was ist anders?“

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„Wie ist meine Übung heute?“

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„Wie und wo hat meine Achtsamkeit schon Auswirkungen?“

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„Was hat sich verändert?“

Wir wollen mit der Achtsamkeit unserem Leben mehr Raum und Fülle geben.

Durch Achtsamkeit können wir auf undogmatische Art und Weise herausfinden, wie wir auf bestmögliche Weise für uns und unsere Gesundheit sorgen können, indem wir das Zusammenspiel von Körper und Geist erforschen. Wir gewinnen Erkenntnisse über uns und den Zusammenhang zwischen unserem Denken, Fühlen und Handeln. Daraufhin können wir unser Leben und Erleben bewusster gestalten.

Wege der Achtsamkeit

Es gibt verschiedene Herangehensweisen, uns mit der Achtsamkeit vertraut zu machen und in einen mitfühlenden Kontakt mit uns selbst zu kommen.

Körperbewusstsein

In unserer Gesellschaft wird dem Äußeren des Körpers viel Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei vergessen wir oft, unseren Körper von innen heraus wahrzunehmen. Angeleitete Körperreisen und andere Wahrnehmungsübungen bringen uns buchstäblich wieder in unsere innere Mitte. Wir lernen, den Regungen und Zeichen unseres Körpers zu vertrauen. Der Körper signalisiert uns angenehme oder unangenehme Befindlichkeiten. Wir lernen die Botschaften des Körpers aufmerksam und gleichzeitig auf eine undramatische Art und Weise zu verstehen.

Atem

Bei dieser Methode wählst Du den Atem als Objekt der Sammlung. Du richtest Deine Aufmerksamkeit auf die Empfindungen des Atemflusses, ohne diesen willentlich zu beeinflussen. Du spürst das Heben und Senken des Brustkorbs, die zarten Empfindungen in Nase, Rachen, Brust und Bauch. Die Beobachtung des Atems bringt Dich ganz in den gegenwärtigen Moment. Sie schult die Fähigkeit aufmerksam wahrzunehmen, was in uns und um uns herum geschieht.

Die Konzentration auf den Atem führt zu einer Beruhigung des Denkens und der inneren Prozesse. Diese innere Versenkung führt bei vielen Menschen zu einem Gefühl tiefer Geborgenheit und zu einer Steigerung inneren Wohlbefindens.

Achtsamkeit in Bewegung

Yoga sowie andere achtsame Bewegungen und Berührungen ermöglichen es, das Körperbewusstsein weiter zu sensibilisieren, persönliche Grenzen zu erforschen und gewohnte Reaktions- und Bewegungsmuster von Körper und Geist zu erkennen. Wichtig ist dabei ein feinfühliger, liebevoller Umgang mit sich selbst.

Mit zunehmendem Selbstvertrauen wird es möglich, Begrenzungen los zu lassen.

Meditation

Meditation bedeutet, wir setzen uns mitten hinein in unser Leben und lassen uns berühren von dem, was ist. Regelmäßiges Meditieren führt dazu, dass alte Konditionierungen an Macht über uns verlieren. Wir entdecken, dass es tief in uns einen Ort von Stille und Frieden gibt, der unabhängig ist vom Auf und Ab des Lebens

Achtsame Kommunikation

Offen und wertschätzend zu kommunizieren bedeutet, sich bewusst für eine Haltung der empathischen Präsenz zu entscheiden, sich authentisch zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig die Verbindung zu stärken, die notwendig ist, damit Kommunikation gelingen kann.

Durch achtsames Wahrnehmen unserer Gedanken und Worte, können wir erkennen, was uns bewegt und was wir brauchen. Dann habe ich die Möglichkeit, in eine wertschätzende und liebevollen Kommunikation mit mir und anderen zu treten.